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| Marc Heiland | Küche & Leben

DreameMit dem Z30 Pro Aqua wagt sich Dreame an eine Aufgabe, an der viele Hersteller bislang nur halbherzig gescheitert sind: einen Akkustaubsauger zu entwickeln, der nicht nur nebenbei ein wenig feucht über den Boden wischt, sondern tatsächlich ernsthaft saugen und wischen kann – ohne dabei Kompromisse bei der Alltagstauglichkeit einzugehen. Genau darin liegt der entscheidende Unterschied zu vielen bisherigen Hybridlösungen. Während andere Modelle oft lediglich einen simplen Wischlappen hinterherziehen, arbeitet der Z30 Pro Aqua mit einem vollwertigen Nassreinigungssystem inklusive Frisch- und Schmutzwassertank, rotierender Walze und automatischer Selbstreinigung. Die spannende Frage lautet deshalb nicht, ob der Funktionsumfang beeindruckend klingt – sondern ob das Ganze im Alltag wirklich funktioniert.

Schon beim Auspacken wird klar, dass Dreame hier ein Premiumprodukt positionieren möchte. Das Gerät wirkt hochwertig verarbeitet, das Design kombiniert dunkle Elemente mit goldfarbenen Akzenten und hebt sich angenehm von der üblichen grauen Kunststoffoptik vieler Konkurrenzmodelle ab. Besonders praktisch: Statt einer simplen Wandhalterung gehört eine umfangreiche Reinigungs- und Ladestation zum Lieferumfang. Diese dient gleichzeitig als Aufbewahrung, Ladeeinheit und Reinigungsstation für das Wischsystem. Ergänzt wird das Paket durch mehrere Aufsätze, darunter eine motorisierte Teppichbürste, eine Fugendüse, ein Bürstenaufsatz für Polster und Möbel sowie ein sensibler Staubaufsatz für empfindliche Oberflächen. Damit deckt der Z30 Pro Aqua praktisch die komplette Wohnungsreinigung ab – vom Teppichboden bis zum Bücherregal.

Im Zentrum des gesamten Konzepts steht jedoch das sogenannte AquaCycle-2.0-System. Und genau hier trennt sich der Dreame deutlich von klassischen Akkusaugern mit Wischfunktion. Statt lediglich Feuchtigkeit zu verteilen, arbeitet das System ähnlich wie ein echter Wischsauger. Frisches Wasser wird aktiv auf den Boden aufgebracht, die rotierende Walze löst Schmutz mechanisch an und nimmt ihn anschließend direkt wieder auf. Das verschmutzte Wasser landet getrennt vom Grobschmutz in eigenen Kammern. Dadurch entsteht tatsächlich der Eindruck eines ernsthaften Nassreinigungssystems und nicht bloß einer kosmetischen Zusatzfunktion.

Im Alltag zeigt sich schnell, dass dieses Konzept überraschend gut funktioniert. Gerade bei typischen Küchenverschmutzungen spielt das System seine Stärke aus. Eingetrocknete Kaffeeflecken, Ketchupreste, Sirup oder verschüttete Milch werden nicht einfach nur verteilt, sondern sichtbar gelöst und aufgenommen. Natürlich ersetzt der Z30 Pro Aqua keinen professionellen Hartbodenreiniger mit maximalem Walzendruck, doch für ein Kombigerät arbeitet das System erstaunlich effektiv. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass der Boden nach der Reinigung sauber wirkt, ohne schmierig oder übermäßig nass zu bleiben.

Interessant sind die beiden verfügbaren Reinigungsmodi beim Wischen. Im Standardmodus arbeitet das Gerät mit höherer Wasserzufuhr und stärkerer Reinigungswirkung – ideal für reguläre Bodenpflege und festere Verschmutzungen. Der separate Saugmodus konzentriert sich dagegen stärker auf die Flüssigkeitsaufnahme. Wer also beispielsweise umgekippte Getränke aufsaugen möchte, profitiert hier von einer deutlich effizienteren Nassaufnahme. Diese klare Trennung macht im Alltag tatsächlich Sinn und zeigt, dass Dreame das System nicht nur als Marketinggag entwickelt hat.

Doch der Z30 Pro Aqua muss sich nicht nur als Wischgerät beweisen, sondern auch als vollwertiger Akkusauger. Und genau hier liefert das Modell beinahe überraschend starke Ergebnisse. Die Saugleistung gehört aktuell zu den stärksten am Markt. Besonders auf Teppichen zeigt sich, wie viel Kraft in dem Gerät steckt. Feiner Staub, Tierhaare und tief sitzender Schmutz werden zuverlässig aus den Fasern gezogen. Selbst größere Partikel wie Kaffeebohnen, Krümel oder Blätter stellen den Sauger nicht vor ernsthafte Probleme.

Sehr gelungen ist dabei das sogenannte TangleCut-System. Zwei integrierte Schneideelemente verhindern, dass sich lange Haare um die Bürstenwalze wickeln. Gerade in Haushalten mit langen Haaren oder Haustieren ist das ein enormer Vorteil, weil man sich das mühsame Entfernen von Haarbüscheln praktisch sparen kann. Im Testbetrieb funktionierte dieses System erstaunlich zuverlässig.

Ebenfalls beeindruckend ist die Beleuchtung an der Vorderseite der Bodendüse. Die spezielle LED-Ausleuchtung arbeitet mit einem flachen Lichtwinkel, wodurch selbst kleinste Staubpartikel sichtbar werden. Gerade auf Hartböden erkennt man plötzlich Schmutz, den man bei normalem Raumlicht völlig übersehen hätte. Das klingt zunächst nach einer Spielerei, entwickelt sich im Alltag aber schnell zu einem Feature, auf das man nur ungern wieder verzichten möchte.

Auch ergonomisch hinterlässt der Z30 Pro Aqua einen starken Eindruck. Besonders das flexible Gelenk im Saugrohr erweist sich im Alltag als enorm praktisch. Der Sauger lässt sich dadurch nahezu flach unter Möbel führen, ohne dass man sich verrenken oder tief bücken muss. Gerade unter Sofas, Betten oder Sideboards spart das spürbar Kraft und macht die Reinigung deutlich angenehmer. Zusätzlich lässt sich die Bodeneinheit sehr beweglich um Tischbeine und enge Stellen manövrieren.

Trotz der umfangreichen Technik bleibt das Gerät dabei überraschend handlich. Im direkten Vergleich zu klassischen Wischsaugern wirkt der Z30 Pro Aqua deutlich schlanker und agiler. Genau das ist letztlich eine der größten Stärken des Gesamtkonzepts: Man erhält die Reinigungsleistung eines modernen Wischsystems, ohne das typische schwere und träge Handling vieler Nassreiniger in Kauf nehmen zu müssen.

Natürlich ist ein solches Hybridgerät nicht frei von Schwächen. Gerade die Wartung zeigt, dass die Kombination aus Saugen und Wischen zwangsläufig mehr Pflegeaufwand bedeutet. Frischwasser muss nachgefüllt, Schmutzwasser entleert und die Walze regelmäßig gereinigt werden. Zwar übernimmt die Selbstreinigungsstation einen Großteil dieser Arbeit automatisch, dennoch stößt das System bei gröberen Verschmutzungen an Grenzen. Besonders klebrige Rückstände oder Mischungen aus Flüssigkeiten und grobem Schmutz können sich unter der Walze oder im Bereich der Schneidemechanik festsetzen. Dann ist man gezwungen, manuell nachzuarbeiten.

Die automatische Reinigung der Walze funktioniert dagegen im normalen Alltag erfreulich gut. Nach dem Reinigungsvorgang wird die Bürste zusätzlich mit 70 Grad warmer Luft getrocknet. Dadurch bleibt die Walze angenehm trocken und unangenehme Gerüche entstehen deutlich seltener als bei vielen Konkurrenzmodellen. Gerade wer häufiger wischt, wird diesen Komfort schnell zu schätzen wissen.

Kritik gibt es allerdings bei der Kantenreinigung. Seitlich arbeitet die Bodendüse sehr ordentlich und nimmt Schmutz bis nah an Sockelleisten auf. Frontal bleibt jedoch gelegentlich etwas liegen. In engen Ecken oder direkt an Kanten muss man deshalb teilweise nacharbeiten oder auf die Fugendüse wechseln. Das ist kein gravierender Mangel, fällt bei einem Gerät dieser Preisklasse aber durchaus auf.

Auch die erste Inbetriebnahme kann etwas hakelig verlaufen. Einzelne Sensoren reagieren anfangs empfindlich auf den korrekt eingesetzten Wassertank oder melden irrtümlich volle Behälter. Sobald das System jedoch eingerichtet ist, arbeitet es weitgehend zuverlässig.

Die Akkulaufzeit bewegt sich auf erfreulich hohem Niveau. Im sparsamen Eco-Modus sind sehr lange Reinigungssessions möglich, während im Automatikmodus genug Reserven für typische Wohnungsgrößen vorhanden sind. Gleichzeitig bleibt die Lautstärke im Rahmen dessen, was man von leistungsstarken Akkusaugern erwarten darf.

Am Ende bleibt vor allem eine Erkenntnis: Der Dreame Z30 Pro Aqua gehört zu den wenigen Geräten, bei denen das Konzept aus Saugen und echtem Wischen tatsächlich funktioniert. Das Gerät ist nicht einfach ein Akkusauger mit angehängtem Feuchttuch, sondern ein ernstzunehmendes Hybridmodell mit überraschend hoher Alltagstauglichkeit. Besonders beeindruckend ist dabei, dass Dreame kaum Kompromisse bei der Saugleistung eingeht. Man bekommt hier einen leistungsstarken 7Premium-Akkusauger, der zusätzlich eine echte Nassreinigung beherrscht.

Perfekt ist das System zwar noch nicht. Die Wartung verlangt etwas Aufmerksamkeit, die Kantenreinigung könnte besser sein und bei groben Verschmutzungen stößt die automatische Reinigung an ihre Grenzen. Dennoch liefert der Z30 Pro Aqua eines der derzeit überzeugendsten Gesamtpakete im Bereich moderner Hybridreiniger.

Wer lediglich möglichst wenig Arbeit haben möchte, wird mit einem klassischen Wischsauger oder einem reinen Akkusauger vermutlich einfacher glücklich. Wer dagegen ein Gerät sucht, das leistungsstark saugt und gleichzeitig ernsthaft wischen kann, ohne ständig zwischen zwei Geräten wechseln zu müssen, bekommt mit dem Dreame Z30 Pro Aqua aktuell eines der spannendsten Modelle auf dem Markt.

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