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Neu im Friedrich-Verlag: Themenheft Religion (41): Meine Apps, meine Welt, mein Leben?

ReligionMeineAppsAls die neuen Lehrpläne veröffentlicht wurden, hatten wohl nicht wenige Religionslehrer und Lehrerinnen bei einem der wenigen neuen Themen zunächst einmal ein Fragezeichen auf der Stirn. Da geht es um Selfies als Ausdrucksmittel zur Selbstverwirklichung, um Smartphones, Instagram und Co. Was bitteschön soll denn das mit dem Unterrichtsfach Religion zu tun haben? Gut, wenn es da Hilfen der Verlage gibt, die den Lehrerinnen und Lehrern zur Seite springen.

Für die Sekundarstufe I, die nach G9 die Stufen 5-10 umfasst, hat der Friedrich Verlag just genau zu diesem Thema ein neues Heft auf den Markt gebracht. Unter dem Titel „Meine Apps, meine Welt, mein Leben?“ setzen sich die Autoren kritisch mit den verschiedenen sozialen Medien auseinander, zeigen Verbindungen zu biblischen Texten auf und helfen dank ausgearbeiteter Unterrichtsvorschläge den Religionslehrerinnen und Lehrern durch den Dschungel hindurch zu finden.

Der erste Beitrag „Mein Smartphone – mein Ein und Alles!?“ verbindet anhand eines fiktiven Jungen, der von seinem Handy abhängig ist, die Lebenswelt der Jugendlichen mit Texten aus der Bibel und zeigt so nicht nur auf, was das Thema mit dem Fach Religion zu tun hat, sondern auch, was durch den übermäßigen Gebrauch eines Smartphones so alles schief gehen kann. Hierzu (so wie auch bei den anderen Beiträgen) gibt es sowohl Arbeitsblätter als auch ausführliche didaktisch-methodische Kommentare für die Lehrkraft, die sehr gut ausgearbeitet wurden.

Beitrag zwei setzt die so genannten „BFF“ oder auch „Best Friends Forever“ in den Fokus und verknüpft biblische Geschichten rund um das Thema „Freundschaft“ mit der Lebensrealität der Schülerinnen und Schüler. Da in den vergangenen Jahren diese ganz besondere Art der Freundschaft, bei der die Jugendlichen das Freunde Sein sehr stark auf ein Podest stellt und ins digitale Rampenlicht rückt, geht immer auch die Gefahr mit einher, dass beim Scheitern einer solchen Freundschaft eine Menge mehr auf dem Spiel steht, als bei der Aufkündigung von Freundschaften in früheren Jahrzehnten (nach dem Prinzip: „Das Netz vergisst nichts“). Auch hier wird wieder die Frage gestellt, wie die Schülerinnen und Schüler damit verantwortungsbewusst umgehen können, ohne jedoch allzu stark mit dem moralischen Zeigefinger zu arbeiten. Stattdessen wird herausgearbeitet, was wahre Freundschaft ist und worauf man sich wirklich verlassen kann. Zu gefallen weiß, dass auch hier Binnendifferenzierung angeboten wird.

Im dritten Beitrag zum Thema „Selbstoptimierung“ dreht sich alles um das Thema Selfies. Was die Älteren einfach als „Selbstportrait“ abtun, bedeutet für viele Jugendliche und junge Erwachsene, ein optimales, meist mit Filtern und Bildbearbeitungsprogrammen bis ins letzte Detail optimiertes Bild von sich zu zeigen. Damit zusammenhängend bespricht der Beitrag natürlich auch die in den letzten 10 Jahren seit Bestehen von Instagram immer stärker werdende Gruppe der Influencer („Beeinflusser“), jener „Werbeträger“ des 21. Jahrhunderts, die durch ihren „Lifestyle“ eine Marke, ein Produkt oder eine Person in den Vordergrund rücken, um ihren unzähligen „Followern“ zu zeigen, wie wichtig dieses Produkt für sie ist. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie diese „Influencer“ überhaupt „ticken“ und wie die „Follower“ damit umgehen können. Dann werden zwei der bekanntesten deutschen Influencerinnen, die Zwillingsschwestern Lisa und Lena, vorgestellt und gezeigt, was „folgen“ (denn nichts anderes tun die „Follower“ ja) bedeutet und inwieweit Jesus ein Influencer für uns ist oder sein kann. Am Beispiel der Kapitänin Carola Rackete, die 2019 in Seenot geratenen Flüchtlingen trotz Verboten geholfen hat, wird gezeigt, wie Menschen zu praktizierenden „Followern“ werden können. Wie die Lernenden selbst zu Influencern des eigenen Lebens werden können, zeigt der letzte Teil des Beitrags auf.

Das wohl wichtigste Thema bespricht der letzte Beitrag. Hier geht es um „Hass im Netz“ und Digital Detox. Zum einen also das „Cybermobbing“, bei dem vor allem aufgrund der Anonymität des Internets eine ganz neue, meist noch viel stärkere und intensivere Form des klassischen „Mobbings“ im Vordergrund steht; zum anderen wird auch der Frage nachgegangen, wie man sich (für eine gewisse Zeit) dem ganzen Medienkonsum und möglicherweise auch „Medienterror“ entziehen kann, um Zeit für andere Dinge, Freunde, Aktionen, weitere Hobbys etc. zu finden und wieder mehr selbst- anstatt fremdbestimmt zu werden.

Im Anschluss an die Praxis gibt es Vorschläge, die im Kontext stehen. Hier zu nennen sind Padlets als eine Form des selbständigen Lernens und Erarbeitens während der Pandemie (Stichwort „Lernen auf Distanz“) und auch danach. Beim „Blick über den Tellerrand“ steht das Thema „Pornografie – der Elefant im Klassenraum und in der Ethikdebatte“ im Blickmittelpunkt. Abgerundet wird das Heft durch Literaturtipps. Begleitet wird das Heft von einem Materialheft mit 38 Kopiervorlagen und die Möglichkeit, weiteres Material (u.a. zur Differenzierung) online zu erhalten.

9Fazit: Das Praxisheft „Meine Apps, meine Welt, mein Leben?“ bietet eine tolle Umschau zum hochsensiblen Thema mit sehr gut ausgearbeiteten und didaktisch hervorragend erläuterten Materialien und Arbeitsblättern. Wir sprechen eine klare Kaufempfehlung aus und bedanken uns beim Friedrich-Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

L. Zimmermann

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