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3.1-Kanal-Soundbar mit Dolby Atmos / DTS:X Sony HT-ZF9 im Test

SonySoundbarHeutzutage setzen immer mehr Filmstudios auf 4K und teilweise auch auf 3D-Sound in den Tonformaten Dolby Atmos und DTS:X. Wer dann als Kinoenthusiast seine Filme auch in audiovisuell höchster Qualität daheim genießen will, kommt um ein in der Regel kostspieliges Surround-Set mit Atmos-Boxen und einem entsprechenden AV-Receiver nicht umher. Dies ist jedoch nicht nur mit einer hohen finanziellen Investition verbunden, sondern auch mit vielen Kabeln, die mit Kabelkanälen durch das Zimmer verlegt werden müssen und nicht selten hinter dem Fernseher oder dem TV-Schrank herumbaumeln. Wer nicht so viel Geld investieren will, sucht nach alternativen, kabellosen Varianten. Hier bieten sich sogenannte Soundbars an. Diese schlanken „Tonmeister“ dienten bislang allerdings eher dazu, den meist recht mageren TV-Sound aufzubessern, selten als 5.1-Ersatz. An Dolby Atmos konnte man da überhaupt nicht denken – bis jetzt!

Denn dank der 3.1-Kanal-Soundbar mit Dolby Atmos/DTS:X und Wi-Fi/Bluetooth „HT-ZF9“ aus dem Hause Sony könnt ihr erstmals 3D-Sound in eurem Wohnzimmer genießen. Mit den zusätzlich erhältlichen Rears ist sogar kabellos 5.1 Surround-Sound möglich. Wir durften das Set zwei Wochen lang für euch ausgiebig testen und verraten euch im Test, was es kann, wo seine Grenzen liegen und ob sich die Investition von rund 800 Euro für die Soundbar und ca. 255 Euro für die Rears lohnt.

Lieferung, Verarbeitung und Anschlüsse

Die Soundbar und die optional erhältlichen Rears werden je in einem Karton gut verpackt geliefert. Die Soundbar misst in der länge einen Meter bei einer Höhe von 6,4cm und einer Tiefe von 10cm. Mit im Karton der Soundbar befindet sich ein Subwoofer. Ein großer Vorteil des Sets ist, dass es bis auf Stromkabel keinerlei weitere Kabel braucht, um das Set betriebsbereit zu machen. Hier kann man endlich auf das lästige Verlegen von Kabeln und Kabelkanälen verzichten, da Boxen, Subwoofer und Soundbar via Funk miteinander agieren.

Die Soundbar kann wahlweise auf euren TV-Tisch oder unter dem Fernseher an der Wand befestigt werden. Alle Boxen und die Soundbar kommen in zeitlosem Schwarz und Hochglanzlack daher. Staubanfälligkeit und sichtbare Fingerabdrücke sind so leider vorprogrammiert. Die Verarbeitung ist in Ordnung. Leider verwendet Sony jedoch sehr dünnes Holz für den Korpus des Subwoofers, der bei unsachgemäßer Handhabung sehr schnell kaputt gehen kann. So etwas darf nicht sein. Aber irgendwie muss der Preis ja anscheinend gerechtfertigt sein. 

Nun werdet ihr euch sicherlich fragen, was die Soundbar zu leisten im Stande ist. Hier die Spezifikationen in der Übersicht. Die Soundbar verfügt über eine Ausgangsleistung von insgesamt 400 Watt. Als Verstärkertyp wird ein S-Master HX angegeben. Auf der Rückseite der Soundbar gibt es zwei HDMI-Eingänge, wobei einer für ARC zuständig ist, einen HDMI-Ausgang, einen optischen Audioausgang, einen analogen Eingang, einen leider etwas veralteten USB-A Anschluss, Ethernet und Bluetooth 4.2. Die Soundbar kann 4K-Signale verarbeiten und kommt auch mit HDR problemlos klar. Folgende Audioformate werden über HDMI unterstützt: Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, Dolby Atmos, Dolby Dual Mono, DTS, DTS-HD High Resolution Audio, DTS-HD Master Audio, DTS-ES, DTS 96/24, DTS:X, LPCM (2-Kanal/5.1-Kanal/7.1-Kanal), DSD (2-Kanal/5.1-Kanal). Über den optischen Eingang sind es Dolby Digital, Dolby Dual Mono, DTS, LPCM 2-Kanal. Auch verfügt die Soundbar über eine Multiroom-Unterstützung und Hi-Res AudioSupport.

Wie ja bereits eingangs erwähnt, kann die Soundbar Dolby Atmos und DTS:X emulieren, wodurch ihr das Gefühlt habt, mitten im Geschehen zu sitzen, da der Sound (vorausgesetzt der Film ist darauf ausgelegt), so scheinbar von oben kommt. „Echtes“ Dolby Atmos – wie mit klassischen Atmos-Boxen zu erreichen – darf man da natürlich nicht erwarten. Doch in der Praxis soll der Sound ebenso beeindruckend klingen. In der Soundbar selbst arbeiten drei einzelne Lautsprecher. Außerdem gibt es die Möglichkeit, dass „normaler“ Kinoton weiter nach oben hin abgestrahlt wird, um so den Klangraum zu erweitern.

Die Einrichtung der HT-ZF9

Die Einrichtung bzw. das Setup des Systems ist sehr einfach. Nachdem der Strom angeschlossen ist und die Soundbar via HDMI mit dem TV-Gerät verbunden wurde, können der Subwoofer und die Rears ganz einfach über einen Knopfdruck ins System eingebunden werden. Im Test klappte dies ohne Probleme. Große Einmessungen, wie wir es von AV-Receivern her kennen, finden bei der Sony-Soundbar nicht statt. Das Setup über das interne Menü funktioniert ebenfalls recht einfach und ist auch für Laien gut nachzuvollziehen. Ein Bonus für Besitzer von Spotify und dem Google Assistant ist die volle Unterstützung beider Systeme. Schön, dass Googles Chromecast integriert wurde. Die mitgelieferte TV-Fernbedienung ist aufgeräumt und übersichtlich. Die Verarbeitung in Ordnung. Dankenswerterweise hat Sony zwei AAA-Batterien gleich mit bei gelegt. Die Fernbedienung hat eine Reichweite von 10 Metern, was mehr als ausreichend ist.

Wir hatten schon edlere Signalgeber in der Hand. Dafür sind sämtliche Funktionen, die diese Soundbar bietet, bequem auch vom Sofa aus erreichbar. Die Fernbedienung wird von zwei AAA-Batterien angetrieben (im Lieferumfang enthalten) und funktioniert auch aus großer Entfernung bis zu zehn Metern sowie aus spitzem Winkel.

Die Sony Soundbar HT-ZF9 im Praxistest

Nach dem alten Fußballmotto „Wichtig ist auf dem Platz“ haben wir uns nach der Einrichtung dran gemacht, einige unserer zahlreichen Kinofilme über die Soundbar laufen zu lassen, um zu schauen, was das 3.1/5.1-Set denn so in der Lage zu realisieren ist. Eines sollten wir nicht vergessen zu erwähnen: Wer mehrere Geräte mit HDMI laufen lassen will, kann dies über den entsprechenden Port am TV-Gerät und den ARC-Port machen. Das Umschalten erfolgt dann bequem am Fernseher.

Als Test-Filme haben wir „San Andreas“, „Jumanji“ in der Neuverfilmung und „Mad Max“ genutzt. Bei den Spielen testeten wir auf der Xbox One X „Gears of War 4“, welches aktuell als eines der wenigen Spiele volle Atmos-Unterstützung bietet sowie „Shadow of the Tomb Raider“. Für die Musik diente uns Metallicas „Through the Never“ als Testkandidat, der ja auch bekanntlich Dolby Atmos-Unterstützung bietet.

Im Test zeigte sich, dass die Soundbar eine gute und detailreiche Klangkulisse aufbaut. Dafür, dass sie aus gerade einmal drei kleinen „Strahlern“ besteht, wirkt der Sound recht dicht. Was hier natürlich auffällt, ist die fehlende rückwärtige Soundkulisse. Diese kann nicht – wie bei einem „richtigen“ Surround-System den Hörer komplett in den Sound „einhüllen“. Dies ermöglichen erst die beiden Rears. Wer sich also die Anlage anschaffen möchte, sollte einen Kauf der separaten Boxen definitiv in Erwägung ziehen. Erst dann kann man von einem „echten“ 5.1-Raumklang sprechen. Der Bass ist – gemessen an seinem doch recht begrenzten Volumen – ordentlich und schafft im Tieftonbereich so einiges an Druck aufzubauen. Aber auch hier dürft ihr keine Wunder erwarten. Gegen die richtigen „Brüllwürfel“, wie ihr sie bei Klipsch, Teufel und Co. bekommt, kann der Subwoofer dieser Anlage nicht ankommen. Dennoch: Wem es reicht, den Filmklang mit gutem Bassfundament zu unterstützen, wird hier seine Freude finden. Und die Nachbarn danken es sowieso. Kommen wir nun zu dem, was euch wohl am meisten interessieren dürfte: Der Unterstützung von Dolby Atmos. Denn normalerweise benötigt man hierfür ja „echte“ Atmos-Boxen, die entweder an die Decke geschraubt werden, um den Klang nach unten in den Raum hinein zu tragen oder Fire up-Module, die den Klang nach oben transportieren. Beides kann die Soundbar nicht bieten. Der Klang wird lediglich emuliert. Dies klappt jedoch an vielen Stellen mehr als passabel, sodass man durchaus das Gefühl hat, in einigen Filmszenen würde der Sound „von oben“ kommen. Komischerweise blieb jedoch innerhalb der Filme an einigen Stellen, an denen wir bei unserer herkömmlichen Anlage durchaus Effekte auf den „Heights“ hatten, die Soundbar stumm. Doch vor allem bei „San Andreas“ und den Helikopter-Szenen kann der Sound überzeugen. Wer sich die Soundbar für seine Musikwiedergabe kauft, dürfte ein wenig enttäuscht sein. Denn hier schwächelt die Anlage etwas. Für Audiophile eignet sich die HT-ZF9 nicht wirklich.

7Fazit: Wer rund 1000 Euro zur Verfügung hat, mit einigen kleineren Einschränkungen leben kann, dafür aber unbedingt ohne lästige Kabel auskommen will, der wird mit der Soundbar HT-ZF9 glücklich werden. Auch wenn sie klanglich nicht mit einem richtigen 5.1-Set nebst Dolby Atmos-Boxen mithalten kann, leistet sie für eine Soundbar durchaus passable Dienste. Wir empfehlen für einen guten Surround-Sound allerdings die zusätzliche Anschaffung der rückwärtigen Boxen (Rears).

Die inn-joy Redaktion vergibt 7 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Sony für das zur Verfügung gestellte Test-Set.

U. Sperling

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