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Neu bei der Ersten Tegernseer Kaffeerösterei: Espresso Amaro Gayo im Test

ETKAmaroBild1Woran denkt ihr, wenn ihr den Begriff „Espresso“ hört? Wenn ihr euch nicht so intensiv mit dem Thema Kaffee rösten beschäftigt, vielleicht an einen extrem dunkel gerösteten Kaffee, meist sehr kräftig, ja fast schon bitter und mit starken Röstaromen. Sicher gibt es auch solche Espressi. Diese stammen dann meistens von industriellen Röstereien oder von Kaffeeröstern, die ihr Handwerk nicht sonderlich verstehen. Denn weder gibt es „den“ typischen Espresso, noch hat er viel mit dem gemeinsam, was man so „beim Italiener um die Ecke“ serviert bekommt. Zwar muss ein Espresso länger geröstet werden, als ein Filterkaffee, doch hinter dem Lieblingsgetränk der Italiener steckt weit mehr.

Vielfalt und Qualität

So besitzt ein Espresso weniger Koffein als Filterkaffee, wird mit mehr Druck produziert und schmeckt daher auch in der Regel intensiver. Und dennoch kann ein guter Espresso nicht nur holzig oder rauchig schmecken. Sogar süße Noten sind möglich. Wer noch nie einen „süßen“ Espresso getrunken hat, der sollte unbedingt den neuen BIO-Espresso „Amaro Gayo“ von Mario Felix Liebold probieren. Der Inhaber der Ersten Tegernseer Kaffeerösterei hat hier nämlich eine ganz exklusive Spezialität für euch erschaffen. Wir durften ihn testen.

Ein Espresso, so facettenreich wie die Natur Afrikas

Wer auf der Homepage der Ersten Tegernseer Kaffeerösterei einen Blick in den Onlineshop wirft, der findet unter den BIO-Espressi eben jenes von uns vorgestellte Produkt. Der Espresso ist in der Packungsgröße 250g zu einem Preis von schlanken 10 Euro verfügbar. Wer den Espresso bestellt, der kann zwischen ungemahlenem Kaffee oder bereits für den Siebträger oder die Mokkakanne vorgemahlener Variante wählen. Ein schöner Service, wie ich finde. Wer einen Kaffeevollautomaten hat, der wird mit diesem Espresso ebenfalls glücklich werden. Auf der Seite finden wir desweiteren einige ansprechende Fotos aus der Region, die Fernweh hervorrufen und Lust auf Mehr machen. Mario Felix Liebold, der als einer der ersten Kaffeeröster Deutschlands sich der kompletten Transparenz verschrien hat, lässt uns auch hier eine Menge über den Ursprung des Rohkaffees wissen. So lesen wir:

„Das Amaro-Gebirge ist eine kleine Gebirgskette, die die Gemeinden von Amaro an den Osthängen vom Nechisar-Nationalpark und den Flachland-Stammesgebieten von Arba Minch in der südwestäthiopischen Sidamo-Region trennt. Lokale Kaffeesorten, eine relativ geringe Bevölkerungszahl, Wasserfälle und Bambuswälder im Hochland gehören zu den Merkmalen, die die Gegend einzigartig machen.

Wir freuen uns sehr darüber, diesen außergewöhnlichen Kaffee anbieten zu dürfen. Möglich gemacht hat dies Asnakech Thomas – Äthiopiens einzige Müllerin und Exporteurin. Seit 2005 verantwortet sie den Export in der Amaro-Region in Äthiopien – gleichzeitig verbessert sie die Kaffeequalität und die Lebensbedingungen ihrer Gemeinde.

ETKAmaroBild2Einzigartige Region in Äthiopien

Heimat des “Amara Gayo” ist das Amaro-Gebirge. Die kleine Gebirgskette trennt die Gemeinden von Amaro an den Osthängen vom Nechisar-Nationalpark und den Flachland-Stammesgebieten von Arba Minch in der südwestäthiopischen Sidamo-Region. Die außergewöhnlichen, lokalen Kaffeesorten, eine relativ geringe Bevölkerungszahl, Wasserfälle sowie Bambuswälder im Hochland machen die Gegend einzigartig.

Amaro ist eine Farm mit Feucht- und Trockenmühlen, zu der lokale Erzeuger ihre frisch gepflückten, reifen Kirschen zur Verarbeitung bringen. Asnakech Thomas führt hier eine erste Qualitätskontrolle durch – und ist bei der Auswahl der Kaffees, die in ihrer Washing Station und Mühle verarbeitet werden, sehr streng. Nur die besten Kirschen werden ausgewählt.

Hochbett-Trocknung für mehr Qualität

Um die Kirschen möglichst sauber zu trocknen, werden sie auf „african beds“ gelegt. Diese sorgen auch für eine gleichmäßige Belüftung, die die Bohnen sowohl von unten als auch von oben erreicht. Diese Kombination ergibt ein sehr gleichmäßiges Qualitäts- und Geschmacksprofil. Der Kaffee wird anschließend in ihren eigenen Anlagen geschält. So hat die Äthiopierin eine bemerkenswerte Kontrolle über ihre Ernten. Die Mühle von Asnakech Thomas ist sehr stolz darauf, sowohl gewaschenen als auch im Fruchtfleisch getrockneten Bio-Kaffee anzubieten.

Interventionsprogramm gegen den Klimawandel

Als eine der Ersten in der Region erkannte die Amaro Farm die Schwere des Klimawandels und seine Auswirkungen auf die umliegenden Regionen. Um dem entgegen zu wirken, wurde ein Interventionsprogramm ins Leben gerufen, das für die Landwirte Anreize für das Pflanzen von zusätzlichen Bäumen schafft.

Ein weiteres Anliegen der Amaro-Farm ist es, die Landwirte in der Region in puncto Ertrags- und Qualitätssteigerung auszubilden. Bemerkenswert ist die Frauenvereinigung – die erste Organisation dieser Art überhaupt in der Region. Amaro hat auch die Fußballmannschaft Amaro Gayo gegründet und sponsort die Junior-Fußballmannschaft für Jugendliche in der Region. Auch der Kauf von Büchern und Laptops in Schulen in der Region wird seitens der Farm finanziert.“

Was den Espresso besonders macht, sind nicht nur seine süsslichen Noten, die mit Anklängen von Feige und Aprikose daher kommen, sondern auch die Tatsache, dass der Espresso mit einem Cupping score von 85 Punkte ausgezeichnet wurde. So könnt ihr sicher sein, etwas ganz Besonderes in eurer Tasse zu haben. Auch die Tatsache, dass die Kaffeebohnen "natural“ aufbereitet sind, unterstützt die Noten. Angebaut werden die Bohnen in einer Höhe von 1.100 – 1.800m. Der Rohkaffee liegt in der Varietät Ethiopian Heirloom vor.

Zubereitung und Geschmackserfahrung

Wir haben den Espresso „Amaro Gayo“ in der Baratza Sette 270Wi zubereitet und im Siebträger nach Standardvorgaben zubereitet. Optisch und geschmacklich ist der Espresso eine absolute Wucht. So überzeugt er nicht nur durch seine tolle, lange anhaltende Crema, sondern auch durch eine tolle fruchtige Süße, wie man sie so nur ganz selten erlebt. Und dennoch behält der Espresso seine intensiven Röstaromen bei, ohne dabei bitter daher zu kommen. In unserem Test haben wir ihn sowohl klassisch, als auch mit Milchschaum probiert. Der Espresso hat ausreichend Kraft, um nicht im Geschmack der Milch unterzugehen. Daher können wir ihn auch für Fans von Cappuccino und Latte Macchiato durchaus empfehlen.

Fazit: Wer sich einen Espresso gönnen möchte, der alles andere außer „normal“ ist, wer gerne mal experimentiert und offen für Neues ist, der sollte sich den „Amaro Gayo“ 9bestellen. Er wird vielleicht nicht jedem schmecken, da leider noch bei vielen Deutschen der Gedanke vorherrscht, ein „typischer Espresso“ müsse, stark, bitter und „dunkel“ schmecken bzw. daherkommen. Dies ist jedoch ein Vorurteil, mit dem Mario Felix Liebold aufräumt. Wir haben den neuen Espresso genossen.

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Mario Felix Liebold von der Ersten Tegernseer Kaffeerösterei für das zur Verfügung gestellte Testexemplar.

D. Stappen

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