inn-joy @ Artefakt der Finsternis | Kuriosum Witten
Furchtbare Geheimnisse umgeben diesen mysteriösen Laden, der im Laufe des letzten Jahrhunderts langsam in den Büchern der Vergangenheit verblasst ist. Reliquien aus der ganzen Welt, alte Artefakte und vermeintlicher Ramsch erzählen stumme Geschichten von vergessenen Epochen. Das Kuriosum, welches einst Faszination und Furcht gleichermaßen hervorrief, wurde von einem ebenso rätselhaften Besitzer geführt: Ein Mann, mit einer Aura der Dunkelheit, der stets einen Schatten über sich zu tragen schien. Mythen über verschwundene Personen und seltsame unerklärliche Todesfälle werden darüber hinaus noch bis heute schweigsam mit dem Kuriosum in Verbindung gebracht.
Berlin, Hamburg, Köln oder auch Düsseldorf. Sie alle gehören zu den Hochburgen der deutschen Escape-Szene. Doch Witten, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Universitätsstadt Bochum, haben wohl nur die Wenigsten auf dem Schirm. Zwar gibt es dort mit dem „Kuriosum“ nur einen Anbieter, doch der soll – so lässt es sich im Net nachlesen – einen der besten Räume in ganz Deutschland bieten. Klar, dass wir als alte Escaperoom-Nerds neugierig geworden sind und am Samstag, 07.02.2026 das „Artefakt der Finsternis“ endlich spielen konnten. Wie es uns gefallen hat – dazu im Folgenden mehr.
„Klassische“ Escaperäume dauern im Regelfall eine Stunde. Doch da bei „Kuriosum“ nichts klassisch ist, dürft ihr als Spielende euch auf 100 Minuten vorfreuen.
Der Anbieter liegt mitten im Zentrum Wittens und ist gut mit dem Auto zu erreichen. Parkplätze gibt es in der Nähe, nur wenige Meter von der Location entfernt.
Vor dem Besuch erhaltet ihr eine Mail mit allen nötigen Infos. Wichtig ist, dass ihr vorab eine Toilette aufsuchen oder – im besten Fall – noch zuhause gehen solltet, da das Spiel direkt nach eurer Ankunft startet und es keine Möglichkeit gibt, vorher auszutreten. Nach dem Spiel jedoch ist es kein Thema.
Pünktlich trafen wir am vorgegebenen Ort an und warteten auf das, was da kommen würde. Nur wenige Minuten später wurden wir von unserem Spielleiter in den Hausflur geholt. Das Ganze war bereits Teil der Story und natürlich spielten wir auch mit. Selbst das Ablegen unserer Wertgegenstände wurde mit in die Handlung eingebunden. Schon die ersten Sekunden ließen uns staunen. Selbst im Eingangsbereich gibt es mehr zu sehen, als bei vielen anderen Anbietern.
Dann begann die eigentliche Geschichte. Über einen ganz besonderen Weg gelangten wir ins Kuriosum, eine Art Sammelsurium von unzähligen Gegenständen. Dass sich hier seit langem niemand mehr aufgehalten haben dürfte, erkannten wir nicht nur an den Spinnenweben, die sich überall ausgebreitet hatten, sondern auch am zentimeterdicken Staub, der sich auf allen Oberflächen verteilte. Kein Wunder, dass der Anbieter im Vorfeld darauf hinweist, keine Bekleidung anzuziehen, die nicht dreckig werden sollte.
Im eigentlichen Hauptraum angekommen, erfuhren wir von dem Verschwinden zahlreicher Personen und fühlten uns – nicht zuletzt durch die ehemaligen real existierenden Nachrichtensprecherinnen und Nachrichtensprecher – in der Zeit zurückversetzt. Alles versprühte ein nostalgisches Flair längst vergangener Tage aus dem vorigen Jahrhundert.
Da es keine direkte Kommunikation zwischen uns und dem Spielleiter gab, waren wir aufgefordert, uns umzuschauen, wo Licht gewisse Gegenstände oder Bereiche in Szene setzte. Kamen wir einmal nicht weiter, so gab es dezente Hinweise, die uns auf die richtige Fährte lockten.
Die Rätsel selbst sind überwiegend einfach gehalten, um niemanden aus der perfekten Immersion herauszureißen. Denn hier stehen ganz klar die Geschichte und die Handlung im Vordergrund. Auch dies führt dazu, dass es sich bei „Artefakt der Finsternis“ eher um einen storygetriebenen Abenteuerraum handelt, als um einen Escaperaum, wie ihn viele von euch kennen.
Neben dem Spiel mit dem Licht überzeugt der Raum vor allem durch die auditive Atmosphäre. Ein professioneller Sprecher, der als Antagonist agiert, viele Geräusche und Klänge, sowie diverse akustische Einfälle machen das Ganze zu einem einzigartigen Abenteuer, das wir euch ohne Einschränkung empfehlen. Nach 98 Minuten haben wir es dann auch geschafft, das Artefakt der Finsternis zu finden. Dass uns der Raum dabei von der ersten bis zur letzten Sekunde überzeugt und gefesselt hatte, bemerkten wir nicht zuletzt durch die Angabe der Zeit. Nie hätten wir es für möglich gehalten, über anderthalb Stunden im Raum gewesen zu sein, da die Zeit gefühlt verflogen ist.
Fazit: Nach fast 300 Räumen, die wir in den vergangenen Jahren gespielt haben, können wir bestätigen, dass das „Artefakt der Finsternis“ bei „Kuriosum“ in Witten zu den absoluten Top-Räumen gehört und wir ihn euch – wie bereits erwähnt – ohne Einschränkungen empfehlen können.
Unsere Bewertung:
Immersion: 10/10
Rätseldesign: 9/10
Spielleiter: 9,5/10
Story: 9,5/10
Gesamteindruck: 10 von 10
Foto: (c) Kuriosum Witten, Text: M. Heiland
