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| Marc Heiland | Konsolen

MK1Man mag es kaum glauben, aber die „Mortal Kombat“-Reihe hat tatsächlich mittlerweile auch schon drei Jahrzehnte auf dem Buckel und passt dieses Jahr, in dem viele Spiele der 1990er Jahre neu aufgelegt wurden, wie die Faust aufs Auge ins Line-up der Spiele-Perlen! Als damals, im Jahr 1992, der allererste Teil als Gegengewicht zum damals marktdominierenden „Street Fighter“ das Licht der Welt erblickte, schrieb „Mortal Kombat“ schon Geschichte. Denn in Sachen Grafik, Storytelling und leicht zu erlernender Steuerung, bei gleichzeitig herausforderndem Schwierigkeitsgrad, waren die Entwickler Capcom und ihrem „Street Fighter“ deutlich voraus.

Aber auch in Sachen expliziter Gewaltdarstellung setzte man neue Maßstäbe. Kein Wunder, dass einige Ableger es auf den Index schafften. Dennoch lieferten uns die verschiedenen Entwicklerstudios immer neue Teile, die bis „Mortal Kombat X“ von den Aracade-Hallen bis zur PS4 und Xbox One einen langen Weg hinter sich haben. Nun folgt mit „Mortal Kombat 1“ ein Reboot der Reihe, der uns ganz an den Anfang der Reihe beamt, bekannte Charaktere anders darstellt, als wir sie in den vergangenen Jahren kennengelernt haben und somit auch neue Möglichkeiten eröffnet. Wie der neuste Titel sich auf der Xbox Series X schlägt, haben wir für euch herausgefunden.

Alles auf null

Für den eigentlich elften Ableger der Hauptserie haben sich die Entwickler der Netherrealm Studios einen besonderen Twist einfallen lassen. Denn nach dem Ende des letzten Teils geht man in der Chronologie des Geschehens nicht weiter, sondern beginnt quasi noch einmal ganz von vorne, um so weitere erzählerische Möglichkeiten zu haben und Einsteiger und Serien-Veteranen gleichermaßen abzuholen. Praktischerweise hatte Liu Kang – wir erinnern uns – in Teil X das ganze „MK“-Universum zurückgesetzt, was dazu führt, dass man einfach alles neu erzählen kann.

Und so erzählen uns die Entwickler eine neue Geschichte, die jedoch auf die altbekannten und bewährten Charaktere setzt, die das „MK“-Universum in all den Jahren immer begleitet haben. Also quasi ein frisches „best of“. Wer sich auskennt, wird sich sofort wieder wie zu Hause finden. Neulingen empfehlen wir hingegen zunächst das gut gemachte Tutorial, welches zwar nicht auf die Figuren eingeht, euch aber mit der Steuerung vertraut macht. Diese geht wie in allen Teilen schnell in Fleisch und Blut über. Dennoch gilt auch für „Mortal Kombat 1“: leicht zu erlernen, schwer zu meistern. Gerade auf dem höchsten der insgesamt fünf Schwierigkeitsgrade ist das perfekte setzen von Combos das A und O, um gegen die dann wirklich starken Gegner mithalten zu können. Auf den unteren Stufen hilft zur Not auch wildes auf die Buttons hämmern. Um das Ganze auch ein wenig einsteigerfreundlich zu halten, habt ihr in nahezu jedem Kampf einen Begleiter an eurer Seite, der auf Tastendruck euch in brenzligen Situationen für einen kurzen Moment aushelfen kann. Auch bei einem der verschiedenen „Fatal Blow“-Angriffe und Finisher kann er oder sie euch supporten.

So schön kann die Current-Gen sein

Die Geschichte des neuen Teils ist wirklich gut erzählt, weiß auf hohem Niveau zu unterhalten und bietet eine filmreife Inszenierung, wie auch der Rest des Spiels. Hier schöpfen die Entwickler endlich mal die Leistungsfähigkeit der aktuellen Konsolengeneration aus. Auch in den Online-Modi, die viele Trainingseinheiten voraussetzen, um nicht sofort den Kürzeren zu ziehen, läuft die Grafik butterweich. Wirklich lobenswert!

Das Besondere der Kämpfe sind nicht nur die sehr realistisch wirkenden Charaktere, sondern vor allem die Stages, in denen ihr euch gegenseitig prügelt. Hier wurden so viele Details eingebaut, dass man sich das eine ums andere Mal gerne kurz hinsetzen möchte, um sich die Vielfalt an Einzelheiten und deren einzigartige Gestaltung anzuschauen. Egal ob Berghaine, Ruinen, Klöster, Burgen, Verliese oder die Villa von Kämpfer Johnny Cage – alles wirkt äußerst glaubwürdig und ließ uns nicht selten staunend zurück. Zusätzlich finden wir an vielen Stellen immer mal wieder eine Hommage an die alten Serienteile, die uns mit einem Lächeln auf den Lippen immer weiter spielen ließen, nur, um zu schauen, was sich die Entwickler als Nächstes haben einfallen lassen.

Da geht noch mehr!

Wer dann die Story beendet hat oder Mortal Kombat 1“ sowieso eher wegen der anderen Modi erworben hat, der kann sich mit dem „Turm“, den „Invasion“-Spielbrettern und online austoben. Den aus den Vorgängern bekannten Turm erklimmt ihr mit einem weiteren Spieler eurer Wahl. Auf jeder Ebene stehen euch neue Gegner und Herausforderungen gegenüber. Wie viele Ebenen ihr angehen wollt, dürft ihr selbstverständlich selbst festlegen. Die ganz besonders Hartgesottenen nutzen dann sozusagen den „Hardcore“-Herausforderungsmodus, bei dem ihr keine Wiederherstellung der Lebensenergie-Leiste bekommt.

Bei „Invasion“ bestreitet ihr auf einem Brett unterschiedliche Herausforderungen, aber natürlich auch Kämpfe. Ohne geht es bei „Mortal Kombat“ einfach nicht – und das ist auch gut so! Als „Lohn“ winken euch Finisher, und kosmetische Gegenstände sowie der Aufstieg in einen neuen Rang inklusive neuer Fähigkeiten.

Fazit: Mit „Mortal Kombat 1“ ist den Entwicklern von Netherrealm Studios ein toller Reboot gelungen, der sich sowohl an Neulinge als auch Veteranen wendet und in allen Belangen größtenteils überzeugt. Vor allem die Story mit ihren tollen Charakteren, aber auch die Kämpfe gegen 9Mitspieler aus Fleisch und Blut, wissen zu unterhalten. Wir sind gespannt, welchen Weg die Entwickler mit dem Neustart der Reihe in den kommenden Jahren gehen werden. Der Start ist ihnen jedenfalls schon einmal gelungen!

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Warner Games für das zur Verfügung gestellte Testexemplar.

U. Sperling

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