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| Marc Heiland | Kaffeewelten

CuisineBaristaBild1Gehört ihr zu denjenigen, die ihren Kaffee gerne portioniert in Kapseln genießen, sich aber hin und wieder ärgern, dass ihr bei eurer Kaffeemaschine nicht so viele Parameter verändern könnt, wie es beispielsweise bei den großen, aber für Laien doch recht kompliziert zu bedienenden Siebträgermaschinen der Fall ist? Dann könnte möglicherweise die „Cuisine Barista M3“ genau die richtige Maschine für euch sein. Denn genau das, was klassische Kapselkaffeemaschinen nicht können, will euch die „Cuisine Barista“ ermöglichen. Was die Maschine aus der Schweiz so alles kann, klären wir für euch im Test.

Ingenieurskunst aus der Schweiz

Wenn man Produkte aus der Schweiz bekommen, weiß man als Nutzer, dass sie nahezu perfekt in Design und Verarbeitung sind. Egal ob beim typischen Taschenmesser, Uhren oder auch Siebträger- und Kaffeemaschinen, wie beispielsweise den Maschinen aus dem Hause „Zuriga“ – was bei den Eidgenossen durchdacht, designt und entwickelt wird, steht für erstklassige Qualität. Auch bei dieser Maschine.

Schon beim ersten Kontakt wird deutlich: Hier geht es nicht um schnellen Koffein-Nachschub, sondern um ein durchdachtes, beinahe schon zelebriertes Kaffeeerlebnis. Eine Kapselmaschine, die sich selbstbewusst in einem Segment positioniert, das sonst eher von klassischen Siebträgern dominiert wird – und genau das macht sie so spannend.

Bereits beim Auspacken vermittelt die Cuisine Barista ein Gefühl von Wertigkeit, das man in der Welt der Kapselmaschinen selten findet. Im Lieferumfang enthalten ist neben der Maschine selbst ein großzügig dimensionierter Wassertank mit 1,4 Litern Fassungsvermögen, ein Behälter für bis zu 25 gebrauchte Kapseln sowie Zubehör für die Milchzubereitung, darunter der integrierte In-Cup-Frother und eine vollwertige Dampflanze. Ergänzt wird das Paket durch eine mehrsprachige Digitalanzeige sowie die Anbindung an die hauseigene App, die sowohl Wartung als auch Nutzungsstatistiken abdeckt. Alles wirkt durchdacht, nichts wirkt beiläufig beigelegt.

Was sofort ins Auge fällt – und auch beim täglichen Gebrauch überzeugt – ist die Verarbeitung. Die Cuisine Barista setzt konsequent auf Edelstahl, und zwar nicht als dekoratives Element, sondern als tragendes Materialkonzept. Das Gehäuse wirkt nahtlos, massiv und langlebig. Mit einem Gewicht von 13,6 Kilogramm steht die Maschine stabil auf der Arbeitsfläche und vermittelt eine Solidität, die man sonst eher aus der Gastronomie kennt. Die Maße (372 mm Breite, 340 mm Höhe und 369 mm Tiefe) machen sie zu einem durchaus präsenten Gerät in der Küche, allerdings ohne klobig zu wirken. Ausnahmen sind hier lediglich der Wassertank, der aus hochwertigem Kunststoff gefertigt wurde, die Tropfschale und der Behälter für die Kapseln. Sehr stylisch ist auch die Beleuchtung auf der Rückseite der Maschine und der beleuchtete Wassertank. Kleine Extras, die jedoch absolut Sinn machen!

Technisch spielt die Maschine in einer Liga, die man bei Kapselsystemen so nicht erwartet. Herzstück ist ein integrierter PID-Controller, der eine präzise Temperatursteuerung ermöglicht – ein Feature, das sonst vor allem ambitionierten Siebträgermaschinen vorbehalten ist. Die Temperatur lässt sich flexibel zwischen 70°C und 99°C einstellen, was nicht nur für Kaffee, sondern auch für Tee oder andere Heißgetränke relevant ist. Unterstützt wird dies durch eine leistungsstarke 1,5-kW-Heizung, die eine Aufheizzeit von gerade einmal sieben Sekunden ermöglicht. In der Praxis bedeutet das: Einschalten, Tasse bereitstellen, und nahezu ohne Wartezeit starten. Im Test konnten wir feststellen, dass die Maschine nicht nur sehr CuisineBaristaBild2schnell aufheizt, sondern die Temperatur auch durchgängig halten kann. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass der PID-Controller etwas klein geraten ist. Trotzdem lassen sich die Vorgänge wie Aufheizen, Preinfusion oder auch Blooming gut ablesen.

Die verbaute Hochdruckpumpe arbeitet mit bis zu 19 bar – ein Wert, der dem Standard hochwertiger Kapselsysteme entspricht, hier aber durch die zusätzliche Feinsteuerung von Druck, Durchflussrate und Temperatur deutlich differenzierter genutzt wird. Was bei einem klassischen Kaffeepuck diesen komplett zerreißen würde, ist hier kein Problem.

Genau hier zeigt sich einer der größten Unterschiede zu klassischen Nespresso-Maschinen: Während diese meist mit festen Parametern arbeiten, erlaubt die Cuisine Barista eine deutlich variablere Extraktion.

Denn wie bereits erwähnt, könnt ihr alle Parameter von Hand einstellen. Nicht nur zwischen Ristretto, Espresso, Lungo und Americano, oder bei einer entsprechenden Kapsel auch Tee sowie der Stärke des Kaffees, könnt ihr wählen. Auch das vorige Blooming, also das Benetzen des Kaffees für ein paar Sekunden mit Wasser, damit das CO2 entweichen kann und sich die Aromen besser entfalten, ist hier möglich. So etwas gibt es bei keiner anderen Kapselkaffeemaschine auf dem Markt und macht sich geschmacklich hier deutlich bemerkbar. Der Druckaufbau wird über ein Manometer über dem Auslassventil angezeigt. Auch das findet man sonst nur bei Siebträgermaschinen. Wichtig ist natürlich immer: Nur „gute“ Kapseln bringen euch ein geschmacklich tolles Ergebnis. Daher empfehlen wir euch, dass ihr die Kapseln beim Röster eures Vertrauens zu kaufen. Wir haben für den Test Kapseln von „The Barn“ aus Berlin und von „Coffee Circle“ im Einsatz gehabt. Kompatibel ist die „M3“ mit allen Kapseln, die kompatibel zu Nespresso-Systemen sind.

Milchschaum wie beim Barista

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal der Maschine ist der sogenannte „In-Cup-Milchaufschäumer“. Statt ein separates Gerät oder einen externen Behälter zu benötigen, wird die Milch direkt im Becher mittels Quirl aufgeschäumt, der auch dank eines beigelegten Deckels für unterwegs genutzt werden kann. Die schicke Manschette ist dabei nicht nur ein Hingucker, sondern sorgt dafür, dass ihr den Behälter aus Edelstahl auch anfassen könnt.

Apropos Anfassen: Wenn die Milch fertig geschäumt ist (eine entsprechende LED-Leiste zeigt den Fortschritt an), könnt ihr den Behälter aus der Vorrichtung nehmen. Da die Manschette aber in der Mitte platziert ist, müsst ihr beim Herausnehmen des Behälters von oben aufpassen, dass ihr euch nicht die Finger verbrüht. Hier sollten die Entwickler von „Cuisine Barista“ noch einmal nachbessern.

Ansonsten könnt ihr die Milch in verschiedenen Varianten aufschäumen: Einmal als fluffigen Milchschaum in warm, als Milch, mit der ihr theoretisch sogar Latte Art gießen könntet, als kalte Milch für Eiskaffee und als Variante mit Kakao. Die Ergebnisse sind alle auf hohem Niveau. Ihr solltet jedoch etwas Zeit einplanen, da die Maschine rund drei Minuten benötigt, um den Schaum in der entsprechenden Konsistenz zuzubereiten.

CuisineBaristaBild2Insgesamt lässt sich sagen, dass das Aufschäumen der Milch mit dem Quirl gut funktioniert und im Alltag für einen enormen Komfortgewinn sorgen kann. Wollt ihr die Milch schneller aufgeschäumt haben oder selbst kontrollieren, wie die Milchkonsistenz wird, kann zusätzlich auf die integrierte Dampflanze zurückgegriffen werden. Hierbei handelt es sich leider um keine Cool Touche-Lanze, sodass ihr auch bei der Zubereitung der Milch Vorsicht walten lassen müsst, um euch nicht eure Finger zu verbrühen. Die Das Milchschäumen per Dampflanze funktioniert ebenfalls gut und es entsteht ein schöner, gleichmäßiger Wirbel in der Milchkanne bzw. im Behälter. Ein wenig schade ist, dass die Kraft des Dampfes nicht manuell verstellt werden kann. Die Dampflanze ist zwar kein Schäumwunder und benötigt ihre Zeit. Aber dafür müsst ihr euch nicht – wie bei anderen Anbietern – noch einen externen Milchaufschäumer dazu kaufen. Zusammenfassend gilt hier: Die Qualität des Milchschaums liegt – sowohl beim automatischen als auch manuellen Schäumen - qualitativ deutlich über dem, was man von Kapselmaschinen bzw. deren Zubehör gewohnt ist. Mikrofoam für Latte Art ist zwar nicht ganz auf Barista-Niveau, aber für Cappuccino und Latte Macchiato absolut überzeugend.

Reinigung und App

Auch im Bereich der Reinigung und Verwaltung zeigt sich, dass die Cuisine Barista konsequent auf Nutzerkomfort ausgelegt ist. Der elektronische Entkalkungsalarm erinnert zuverlässig an Wartungsintervalle, die App unterstützt mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und liefert gleichzeitig interessante Einblicke in das eigene Nutzungsverhalten. Die Wasserqualität wird aktiv berücksichtigt, was sich positiv auf Geschmack und Langlebigkeit auswirkt. All diese Elemente greifen ineinander und erzeugen ein Nutzungserlebnis, das sich deutlich von der oft simplen „Kapsel rein, Knopf drücken“-Logik abhebt.

Fazit: Im Alltag überzeugt die Maschine vor allem durch ihre Vielseitigkeit. Ob schneller Espresso am Morgen, ein längerer Kaffee am Nachmittag oder ein cremiger Cappuccino am Abend – die „Cuisine Barista M3“ liefert konstant gute Ergebnisse. Besonders beeindruckend ist dabei die Temperaturstabilität, die dafür sorgt, dass Aromen sauber extrahiert werden und nicht durch Über- oder Unterextraktion verfälscht werden. Die Möglichkeit, Heißwasser separat zu beziehen, erweitert das Einsatzspektrum zusätzlich.

Natürlich bringt dieses hohe Niveau auch gewisse Anforderungen mit sich. Die Maschine ist größer, schwerer und komplexer als typische Kapselgeräte. Wer eine möglichst einfache Plug-and-Play-Lösung sucht, könnte sich hier zunächst überfordert fühlen. Doch genau darin liegt auch ihre Stärke: Sie richtet sich an Nutzer, die mehr Kontrolle und mehr Qualität wollen, ohne gleich in die Welt der klassischen Siebträger einzusteigen. Bis auf einige Kleinigkeiten, die den Genuss des Kaffees jedoch 9nicht beeinträchtigen, ist die „Cuisine Barista M3“ eine bemerkenswerte Hybridlösung. Sie verbindet die Bequemlichkeit eines Kapselsystems mit technischen Features, die man sonst nur aus dem semiprofessionellen Bereich kennt. Allerdings hat so viel Statement auch ihren Preis: Aktuell (Stand 02/2026) werden für die Maschine 1299 Euro aufgerufen. Dennoch:  Für unseren „inn-joy Kaffeewelten“-Kosmos ist die „M3“ ein echtes Statement: eine Maschine für alle, die Komfort nicht mit Kompromissen beim Geschmack bezahlen möchten. Wer es optisch ein wenig „feuriger“ mag, dem empfehlen wir das Modell „Ducati x Cuisine Barista“ in Rot. Optisch ein absoluter Hingucker.

Wir bedanken uns bei „Cuisine Barista“ für das zur Verfügung gestellte Testexemplar.

M. Heiland, D. Stappen

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