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inn-joy @ ROR am Schloss Westerholt

DSC 01741Für das RockOrchester Ruhrgebeat ist es schon fast eine Institution, im Schlosshof Westerholt aufzutreten. Vor der wunderschönen Kulisse des Schlosses bei tollem Wetter spielt und singt es sich nochmal so schön. In fast voller Besetzung traten die Damen und Herren am gestrigen Samstag vor den zahlreich erschienenen Fans auf. Wir waren für euch vor Ort.

Das Beste aus 50 Jahren Rock und Pop

Das hätte sich Horst Lißeck wohl in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Da steht der ehemalige Schlagzeuger einer der bekanntesten deutschen Beat Bands, der „German Blue Flames“, auf der Bühne seines 1998 gegründeten RockOrchester Ruhrgebeat vor dem Schloss Westerholt mit 76 Jahren und schaut auf über 50 Jahre Musikgeschichte und musikalische Erfahrung zurück. Denn damals, als er – gemeinsam mit vier weiteren jungen Männern – seinen Band gründete, waren die meisten Songs, die sein RockOrchester an diesem Abend gesungen und gespielt hat, noch gar nicht geschrieben! „Das Beste aus 50 Jahren Rock und Pop“ – so lautet das Motto des RockOrchester Ruhrgebeat. Und auch diese Truppe hat mittlerweile 18 Jahre auf dem Buckel. In all diesen Jahren sind viele Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen und Musiker gegangen und gekommen (einige wenige sind seit Beginn an mit dabei). Und Hans von der Forst – wie der „Papa“ der „RORis“ seit der Heirat mit seiner Frau seit vielen Jahren heißt, ist als „Gründungsmitglied“ den ganzen Weg mit ihnen gegangen, kennt all ihre Geschichten, hat immer geholfen, war für all ihre Sorgen und Nöte da und hat in den 18 Jahren eine im Ruhrgebiet einzigartige „Kapelle“ geformt. Dass er darüber natürlich mächtig stolz ist, kann man an diesem Abend, als er auf die Bühne geholt wird, trotz seines Vollbartes und seiner immer noch langen – aber mittlerweile schlohweißen – Haare erkennen. Und dass die RORis ihm noch viele musikalische Jahre in Top-Form bieten werden – daran ließen sie auch am Samstag kaum einen Zweifel.

Mit Kiki ohne Wolfgang

Das zweite „Urgestein“ des RockOrchesters ist eigentlich der musikalische Gesamtleiter, Wolfgang Wilger. An diesem Abend war er nicht dabei. Komischerweise verlor Moderator Christian „Kiki“ Müller-Espey aber auch keine Silbe darüber, wo Wilger sich befindet. Dass er nicht anwesend war, bemerkte man leider auch an einigen Stellen, an denen es nicht nur Texthänger gab, sondern die Musiker auch mal leicht in andere Tonarten abrutschten oder mal eine Terz zu hoch begannen oder andere „spielerische“ Fehler auftraten, die für die Band eigentlich eher ungewöhnlich sind. Die Sicherheit, was als Nächstes dran ist, fehlte ebenso an einigen Stellen. Gerade „Kiki“, der sonst extrem sicher wirkte, schien hier und dort ein wenig verunsichert. Dennoch führte er gewohnt charmant durch den Abend.

Begleitet und gesanglich unterstützt wurde er dabei von Andreas Perk, Beatrice Bomholt, die einmal mehr bewies, dass sie mit Abstand die beste Stimme des RockOrchesters ist, Maurice Allen Lee, Michael „Joe Cocker“ Kochanski, einer hochschwangeren, dafür aber stimmlich und auch in Sachen Performance umso brillanteren Lisa Dannenberg, Julie Wnuck und der Ina Thomas.

DSC 0177Das Repertoire bildete einmal mehr das „Who is who“ der internationalen und auch deutschsprachigen Rock und Pop-Szene der vergangenen 50 Jahre. Der Abend begann mit dem mittlerweile fest zu den ROR-Konzerten gehörenden „Rock you like a hurrican“ von den Scorpions. Dann folgten unter anderem „Radar Love“, gesungen von Mick, „You’re still the one“ von Shania Twain und das geniale „Can’t stop the feeling“ von Justin Timberlake, mit dem Andreas Perk das Publikum zum ersten Mal an diesem Abend mitreißen konnte. Nach dem wieder einmal einzigartig dargebotenen „Kansas City“ von Maurice folgte ein Medley der größten Songs von Udo Jürgens, die natürlich vom „Schlagerbarden“ des RockOrchesters, „Kiki“ dargeboten wurden.

Ein wenig schwächer war dann „Black Velvet“ von Alanah Myles, gesungen von der erst 17jährigen Ina Thomas. Hier passten Gesang und Musik nicht ganz zusammen. Man hatte das Gefühl, als würde die Musik „leiern“. Stellenweise war das Keyboard auch zu dominant. Soundprobleme Open Air sind allerdings auch nicht immer leicht „einzuholen“. Der Gesang der jungen Nachwuchskünstlerin war aber dafür umso stärker.

Dass das RockOrchester nicht nur sein bekanntes Repertoire zum besten gibt, bewies unter anderem Mick, der „The Letter“ von Joe Cocker anstimmte. Auch „Final Countdown“ von Europe konnte in dieser Version überzeugen. Den Abschluss des ersten Teils vor der 20minütigen Pause, bildete dann Bea mit Gloria Gaynors Hymne „I will survive“ und ein spektakuläres Geigen-Solo von Miroslav „Miro“ Staszewski.

Der zweite Part begann dann mit dem Evergreen „Hard Rock Café“ und dem „Cross Over“ nach dem Motto „Joe Cocker meets The Beatles“ mit „With a little help from my friends“. Ein wenig schade war, dass bei „Proud Mary“ und „Son of a preacher“ Texthänger zu hören waren. Besser gefielen dann „Hold the line“ von Toto, „Bridge over troubled water“, gesungen von Maurice und – ganz klar – das „2in1“-Stück „Mendocino/Rocking all over the world“, das es wohl in dieser Form auch nur beim RockOrchester Ruhrgebeat gibt. Den letzten Teil des Konzert-Abends eröffnete dann Andreas Perk mit „An Tagen wie diesen“. Mit diesem Song lebte noch einmal die Gänsehaut-Atmosphäre der Fußball WM von 2014 auf – äußerst passend! Es folgten „Highway to hell“ von AC/DC mit Bea und das mittlerweile ebenfalls zum festen Repertoire des RockOrchesters gehörende Queen-Medley. Leider überfordert dieses doch die Stimme von Andreas Perk, der stellenweise einfach etwas „drüber“ ist und vor allem in der opernhaften „Bohemian Rapsody“ seine stimmlichen Grenzen erfährt. Den endgültigen Abschluss des Abends bildeten dann „American Pie“ und die von Uwe Lyko alias Herbert Knebel herrlich abgewandelte „Ruhrgebiets-Version“ von Udo Jürgens „Merci“ sowie DIE musikalische Hymne schlechthin, „Music“ von John Miles, die jeder Zuschauer bis auf die letzten Plätze intonierte.

Fazit: Trotz kleinerer Schwächen war auch die Neuauflage des RockOrchester Ruhrgebeat im Schlosshof Herten ein voller Erfolg. Die Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen und Musiker und das zahlreich erschienene Publikum waren blendend aufgelegt, das Wetter top und die Kulisse des Schloss Westerholt tat ihr übriges, um aus dem Konzert einen wirklich tollen Abend zu machen. Wir freuen uns schon auf das kommende Jahr, wenn das RockOrchester Ruhrgebeat erneut zu Gast in Westerholt sein wird.

M. Heiland

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