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| Marc Heiland | Sonstiges

GhostbustersSeitdem in den 1980er Jahren mit „Ghostbusters“ und „Ghostbusters 2“ die „Urfilme“ des mittlerweile um einen offiziellen Film erweiterten und in Kürze durch den vierten Teil ergänzten „Ghostbusters“-Universum erschienen, habe ich – so wie vermutlich Millionen Fans weltweit – davon geträumt, einmal selbst als Geisterjäger die Photonenstrahler auf zahlreiche Geister zu halten, Fallen aufzustellen und zu versuchen, gemeinsam mit anderen Geisterjägern dem Spuk ein Ende zu bereiten. Nun endlich kann ich – dank des von nDreams entwickelten Spiels „Ghostbusters: Rise of the Ghost Lord“ – diesen Kindheitstraum in VR realisieren. Daher war ich äußerst gespannt, wie sich die virtuelle Erfahrung eines echten „Ghostbusters“ anfühlt. Als Basis für diesen Test diente die Quest 3-Version, die uns der Entwickler freundlicherweise für die Review zur Verfügung gestellt hat.

Wo sind Egon, Vankman und Co?

Sowohl in den beiden „alten“ Teilen als auch in „Ghostbusters: Legacy“ begegneten wir dem Geisterjäger-Team um Dr. Peter Venkman, Dr. Raymond „Ray“ Stantz und Dr. Egon Spengler. Letzterem in Teil drei aufgrund des Todes von Darsteller Harold Ramis als Geist. Doch in der VR-Geschichte taucht keiner der bekannten Charaktere wieder auf, was zunächst etwas schade ist, vermissen Fans wie ich die drei Haudegen doch schmerzlich, da sie als Team nicht nur perfekt miteinander harmonierten, sondern sich auch verbal die Bälle gegenseitig zuspielten. Stattdessen schlüpfen wir in die Haut eines unbekannten Geisterjägers. Die Handlung spielt in San Francisco, wo bei der Suche nach dem wichtigen Ghostbusters-Equipment, das zugleich das Tutorial ist, der titelgebende Ghost Lord freigelassen wird. Dieser hat natürlich nichts Besseres zu tun, als für Chaos und Unruhe in der Stadt zu sorgen. Wie auch in den Filmen, ist es daher unsere Aufgabe, den Geisterlord wieder einzufangen.

Nach dem recht gut gemachten Tutorial landen wir in der Zentrale, in der sich unter anderem auch eine Nachbildung des legendären Autos der Geisterjäger befindet. Von hier aus tretet ihr verschiedene Missionen an, die ihr allein oder auch im Team bewältigt. Spielt ihr Offline, werden die anderen Charaktere von der KI übernommen. Diese agiert recht ordentlich und souverän.

Das alles klingt bislang ganz spannend und interessant? Leider nur auf dem Papier. Denn in der Theorie schwächelt „Rise of the Ghost Lord“ an allen Ecken und Enden. Da wäre zum einen die Story, die hier eher nebenbei und komplett uninteressant erzählt wird. Statt in ausgiebigen Zwischensequenzen oder kurzen Cutscenes, werden Nachrichtenbildschirme eingeblendet oder ihr bekommt Informationen über einen Bildschirm. Auch das recht monotonen und hin und wieder sehr hektische Einfangen der Geister macht nur in den ersten Spielminuten Spaß. Das Wechseln zwischen Falle, die an der Seite eures Gürtels befestigt ist und Kanone, die ihr über eure Schulter zieht, kann im Eifer des Gefechts nicht selten falsch ablaufen und auch das ewige Auswerfen und Einholen der Falle sowie die richtige Positionierung unterhalb der Geister ist nervig. Mit mehreren Spielern klappt das deutlich besser. Schade ist ebenfalls, dass sich die Geister zwar optisch voneinander unterscheiden, die Art und Weise, wie sie agieren ist aber recht einfallslos und läuft stets gleich und ohne Überraschungen ab, wodurch das Einfangen nach und nach zu einer lästigen Pflichtaufgabe wird. Dadurch nutzt sich das Gameplay sehr rasch ab. Mit mehreren Spielern geht ihr in insgesamt vier Modi auf Geisterhatz. Auch diese (ein Modus, bei dem es Wellen an Geistern zu erledigen gilt, einer, der eure Zeit einschränkt, ein Modus, bei dem ihr eine Bombe begleitet und einer mit Wellen und Puzzle-Einlagen), sind nur zu Beginn spannend. Grafisch ist der Titel durchaus in Ordnung und präsentiert sich im Comic-Stil, was zum Setting ganz gut passt und das Spiel familienfreundlich gestaltet. Horror und Grusel gibt es nämlich keinen. Schade, dass es keine Verweise auf die alten Filme gibt. Auch auf eine deutsche Sprachausgabe wurde verzichtet. Stattdessen werden euch deutschsprachige Untertitel geboten, die jedoch nicht immer optimal übersetzt und angepasst wurden.

Fazit: Von „Ghostbusters: Rise of the Ghost Lord VR" hatte ich mir als Fan der ersten Stunde doch mehr erhofft. Was zunächst nach einer interessanten, aber irgendwie auch typischen Story 7anmutet und spannende Missionen vorgaukelt, entpuppt sich recht schnell als monotones Abarbeiten der immer gleichen Abläufe. So bleibt der Spielspaß schnell auf der Strecke und kann auch hartgesottene Fans der Geisterjäger nur teilweise, und dann auch eher im Koop, motivieren.

Die inn-joy Redaktion vergibt 7 von 10 Punkten.

U. Sperling

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